Sonntag, 18. April 2010

Zeus Gott? Christus Gott? Wer Gott? "Gott"?





Zeus auf dem Wappen des Papstes im Labyrinth der Kathedrale von Chartres

Dieser Zeus hielt bereits eine Rede, die ich "veroeffentlicht" hatte. - Nun will ich selbst eine "Rede" halten, oder besser eine sehr bescheidene Frage an mich selbst stellen. Sie flechte ich dann ein.

Die Forschung weiß inzwischen, dass das weibliche Prinzip zuerst da war, was die Schoepfungsgeschichte der Genesis auf den Kopf stellt. Eva war schon da. Adam kam mit seinem schlauen Y-Chromoson hinzu. Wie also kann Eva aus der Rippe eines Mannes entstanden sein, der vorher noch gar nicht da war? Lassen wir jedoch Religionen ihren Glauben der Dominanz des Männlichen gerne. Sie sollen ihn behalten.

Die Frage ist nur, ob die Frau innerhalb der Menschheits-Geschichte gebührend gewürdigt wird. Schließlich fädelt sie Liebe ein und garantiert durch ihre Gebär-Fähigkeit den Fortbestand der menschlichen Spezies. Wenn dagegen aber Männer Liebe "einfädeln", ohne eigentliches Einverständnis, dann wissen wir, was passiert: dann wirkt sich eingebildete männliche Dominanz aus. Geboren wird dann trotzdem, aber ohne Liebe.

Liebe, Wille und Einverständnis der Frau spielen also in der permanenten Schoepfungs-Geschichte die Rolle, dass die männliche Dominanz, die in gewissen Religionen zementiert wurde, dann nicht existiert. Liebe  wird auf das neue Leben übertragen, wenn "Mann" nicht eigenmächtig dazwischen funkt. Einfach ausgedrückt: Das neue Leben wird vom Augenblick der Zellen-Verschmelzung mit Liebe für sein Leben voll gepumpt, wenn der Mann seiner ernsthaft Geliebten Liebes-Entfaltung, freien Willen und eine orgastische Hingabe durch seine zurückhaltenden und edlen Eigenschaften ermoeglicht hat. In der Regel haben Männer aber Angst vor diesen weiblichen Naturgewalten, wollen disziplinieren, befehlen und den eigenen Eros mit Machtgehabe ausleben. Dann verkümmert weibliche Liebe oder sucht sich irgendeinen masochistischen Ersatzhafen, dann kann neues Leben nicht mehr so gut mit Liebe gefüllt werden, denn Ängste, Eifersucht und Konflikte bringen alles durcheinander und ziehen das werdende Leben in Mitleidenschaft.

Dann frage ich mich, warum Jesus Christus nur Jünger, Schüler, um sich versammelte und nicht auch Schülerinnen, um Barmherzigkeit in die Welt zu tragen. Moses zementierte männliche Dominanz, Christus tat es. Der Gott war ein Vater-Gott. Jünger wurden von ihren Familien entfernt, um zu lernen und zu missionieren. Es entstand das Urbild der katholischen Kirche, die sich diesen Zement zueigen gemacht hat. Die Probleme daraus erleben wir gerade.

Wenn wir die geschriebenen Absätze zusammenführen, was entsteht dann? Die Erkenntnis, dass die postulierte Gott-Eigenschaft Christi in der katholischen legitimen Kirche Teil dieses zementierten Fundamentes ist, das die Schoepfung falsch interpretiert.










Montag, 22. Februar 2010

Gene von Eltern, Großeltern und Ahnen entscheidend? Oder die plötzliche Wandlung eines Menschen in einem Glauben?



Bekehrung des Paulus, Caravaggio: oben ergänzt durch einen Licht-Strahl. So wird deutlich, dass die weiße Fläche des Pferdes ebenfalls ein Licht-Strahl bedeutet, von dem Paulus wie von einem Pferde-Schlag oder auch Blitz-Schlag getroffen wird

In der Cerasi-Kapelle von Santa Maria del Popolo in Rom befinden sich die Bilder Caravaggios Kreuzigung des Petrus (Crocefissione di San Pietro) und Bekehrung des Paulus (Conversione di San Paolo) aus den Jahren 1601 und 1602. Man kann sie dort nicht in genügendem Abstand betrachten.

Um die Bekehrung des Paulus von Caravaggio aus kunsthistorischer Sicht verständlich zu machen, wurde oben das Bild ergänzt. So wird deutlich, dass die Blitz-förmige weiße Fläche des Pferdes ein Lichtstrahl bedeutet, von dem Paulus wie von einem Pferde-Schlag getroffen wird, wie von einem Blitz-Schlag. Caravaggio war kein "Realist". Seine Bilder haben tiefe Bedeutung, seine Bild-Ideen tieferen Sinn. Sein Einfluss reichte bis in die Rembrandt-Zeit und darüber hinaus.

Auf die Titelfrage komme ich diesmal auf einem Umweg. Presse-Berichte über die diesjährige Auslosung der schönsten Frau Deutschlands, lassen ahnen, dass unser Land, anscheinend speziell unsere deutschstämmige Bevölkerung, keine echten Schönheiten mehr hervorbringt. Den Gesichtern der Wettbewerberinnen fehlt meist die Symmetrie, die Lockerheit, das natürliche Strahlen. Eltern, die Kinder geborgen aufwachsen lassen können, scheint es kaum noch zu geben Anmerkung1. Die Augen der jungen Damen stehen in der Regel, jedenfalls bei den meisten Ausgewählten, etwas zu dicht. Der internationale Trend geht aber hin zu einem anderen Schönheits-Ideal mit weiterem Augen-Abstand, wie der Film "AVARAR" zu beweisen scheint.

Deutschland ist ein Sorgen-Land geworden, verursacht von unfähigen Regierungen und parasitären Partei-Apparaten. Die Kinder erben einen Teil davon.

Neben den Genen, die ein Mensch bekommt, sind Gesellschaft, Umwelt, soziales Netzwerk, Familie und die darin enthaltene Harmonie oder Disharmonie für menschliche Entwicklungen entscheidend. Auch scheinen die unmittelbaren Konstitutionen der Eltern eine Rolle zu spielen. Wird das Kind in einer geistig aktiven Phase des Vaters geboren, bekommt es Teile davon mit auf den Lebensweg. Für Schönheit und die Ausstrahlung von Harmonie weiblicher Jugendlicher sind eher Glück, harmonisches Familienleben und erfülltes Liebesleben mit dem Partner/Ehemann seitens der Mutter wichtige Voraussetzungen, die zum Tragen kommen. Schönheit entsteht durch Harmonie, Asymmetrie durch Disharmonie, Leid, verkrampftes, angstvolles oder aggressives Leben der Eltern oder eines Elternteils. Wann die Auswirkungen entstehen, ist die Frage. Dass Ursachen Wirkungen haben, steht fest.

Ob sich die Vitalität eines werdenden Kindes auch gegen widrige Voraussetzungen durchsetzt, zeigt sich dann. Werdendes Leben hat zusätzliche Kräfte, sich zu behaupten. Ein Teil natürlicher Schönheit und Harmonie scheint aber im Kampf des Lebens gegen Widerstände unterzugehen. Brutale Geschichte einer Kriegsgeneration wirkt sich mit Sicherheit auf kommende Generationen aus. Die schuldhafte Geschichte wird durch den mütterlichen Anteil gemildert, da Frauen Krieg und Verbrechen in der Regel erleiden und nicht selbst daran beteiligt sind.

In vielen Völkern und Religionen werden die Ahnen geehrt, verehrt, angerufen. Die eigenen Gene reichen bis zu ihnen zurück. Ihre Gene und damit ihr guter Einfluss können gesucht werden. Sie werden in vielen Kulturen in Rituale eingebunden. Sie sind real, keine "Geister", weil auch die Gene, die sie hinterlassen haben, real sind. Über die Gene hinaus, die äußerliche gemeinsame Erkennungs-Merkmale erzeugen, werden Leistungen geehrt, die auf der Genen-Basis entstanden sind.

Kulturell gestützte Anbindung an die Vorfahren lockert das Christentum, das eine völlig neue Bindung außerhalb geneologischer Kontinuität anbietet. Wesentlich am Christentum ist eine grundsätzliche Wandlung, wie die vom Saulus zum Paulus, der vom Lichtstrahl "göttlicher" Erkenntnis "getroffen" wurde, wie das Bild von Carravaggio zeigt, das zur Verdeutlichung des Bildinhalts bzw. der Licht-Metapher oben erweitert wurde. Das Individuum wandelt sich radikal, tritt in eine Nachfolge Christi ein und folgt mit stillen Gebeten den Visionen vom Himmelreich gegenüber drohenden Höllenqualen. Die Ahnen treten dahinter zurück. Darin besteht auch ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Alten und Neuen Testament.

Die Anbindung an Vorfahren über zwei bis drei Generation der gegenwärtigen Familien mütterlicher- und väterlicherseits wird nahezu bedeutungslos. Die familiären Bindungen werden zugunsten des Nachfolgens Christi aufgegeben, so wie er selbst es seinen Jüngern bedeutete. Die Berufung des Matthäus, ebenfalls von Caravaggio gemalt, kennzeichnet die radikale Loslösung von Beruf und auch Familie zugunsten der Nachfolge Christi.

Das "Schlaglicht", gemalt von Caravaggio, ist hier im Bild der Berufung des Matthäus ebenfalls ein sakrales Licht. Die Licht-Kante trifft auf das Gesicht von Matthäus, noch direkter als die ausgestreckte Hand Christi

Zwischen gegenwärtigem Leben und himmlischer Vision steht dann noch ein freiwilliges Martyrium Jesu. Nicht mehr die Ahnen stehen im Vordergrund, sondern Märtyrer, Propheten, Mutter Gottes und Sohn Gottes. An die Stelle natürlicher Harmonie tritt Harmonie nach Buße und Seelen-Harmonie nach dem Befolgen einer Glaubens-Doktrin, die von einer Kirche überwacht wird. Damit kann sich natürliche Schönheit fast nur noch ohne Kirche entfalten, da diese Kirche zu Zwängen, Verkrampfungen und sogar nicht selten zu Abartigkeiten führt. Gelingt diese Entfaltung aus irgendeinem glücklichen Umstand, mogelt sich Kirche in das geglückte Leben und bombardiert es mit Vanitas-Bildern. Schönheit wird auf das Gleis Vergänglichkeit geschoben. Ausnahmen gibt es. So wurde von einer wunderschönen Nonne berichtet, die mit 80 Jahren noch so aussah wie eine junge Frau. Ihr half, mit Christus als ihrem Heiland zeitlebens glücklich und ohne Probleme "verheiratet" gewesen zu sein und die Heils-Gewissheit des Paradieses zu besitzen. Eine andere Nonne, Bertha Hummel, starb früh, denn sie konnte ihre Kinderliebe auch durch ihre berühmten "Hummel-Figuren" nicht kompensieren. Ihr Orden verbot es, Kinder in den Arm zu nehmen.

Von höchster Bedeutung ist die Entwicklungs-Phase im Mutter-Leib, das Werden von Anbeginn. Die Seelenlage der Mutter wird geradezu potenziert. Sie kommt mit wenig aus. Eigentlich braucht sie nur die liebevolle Zuwendung des Vaters, der zeigen sollte, dass er zu seinem Kind und der Mutter des Kindes steht. Er muss sich in dieser Phase als wahrer Mann erweisen. Dann wird sich auch die körperliche Entwicklung des Kindes entfalten können. Wie empfindlich diese Entwicklungs-Phase ist, zeigen zum Beispiel Lärm oder Ultraschall-Untersuchungen. Das Kind schreckt zusammen.

Schönheit der Haut, Harmonie der Gliedmaßen, der ausgereifte Knochen-Bau etc entstehen in passiven Entwicklungs-Phasen und sind abhängig von den Eltern und Genen aus den beiden Familien der Eltern. Die anschließenden Lebens-Entwicklungen sind dagegen aktiv beein-flussbar. Gene bestimmen die Körperform, sind die Grund-Ausstattung jedes Individuums. Es gibt zunächst keine "besseren" und "schlechteren" Gene. Die Ausstattung durch Gene kommt durch Willen, Einsicht, Begabung, Fleiß und Zielstrebigkeit zum Tragen, Gene können durch falsche Lebensweise, zum Beispiel Drogen, falsche Ernährung und Substanz-gefährdenden körperlichen Raubbau unterdrückt werden und verkümmern. Weit zurückreichende Gene aus dem Fundus von Eltern, Großeltern und Urgroßeltern können durch kluge Lebensweise "herangeholt" werden. Niemand ist seinen Genen ausgeliefert, keiner kann sich herausreden, sie gehören zu ihm. Falsche Lebensweise mit angeblichen "schlechten" Genen zu entschuldigen, ist absolut falsch. Jeder ist auch seines Glückes Schmied, indem er seine Gene aufspürt, sich zu ihnen bekennt, sie als seine Identität versteht darauf seine Entwicklung aufbaut. Anmerkung2

Identität aufgrund frischer Gene aus dem globalen Fundus kann ein Gewinn für die Menschheit bedeuten. Diese Auffassung steht im Gegen-satz zu nationalen Zucht- und Selektions-Versuchen, die widerwärtig sind. Wenn die Natur Vielfalt und Chancen-Reichtum bietet, darf sie ohne Bedenken angenommen werden.

Grundsätzlich fördert die Natur eine gute Entfaltung jedes Idividuums. Mangel an Liebe im individuellen Umfeld, Hemmnisse und Raub-Strategien durch einen unterdrückenden Staat und besonders dazu eine falsche Lebensweise machen dieser natürlichen Entwicklung den Garaus. Dann entsteht auch keine Schönheit.


_____________________

Anmerkung1

"Amen" statt Ahnen?

Die "heilige Familie" an Weihnachten trügt. Josef befindet sich in Darstellungen fast immer unbeteiligt am Rand des Geschehens. Er ist nicht der leibliche Vater. Seine anderen Kinder sind nicht da, Verwandte auch nicht. Für die Geburt fand er einen Stall, ein Provisorium. Einer Familie würdig ist die Situation nicht. Und wie ist es heute? Folgten Christen nun einem Messias oder der Vision einer "heiligen Familie". Der Familien-Vision ganz gewiss nicht!

Großfamilien sind zerstreut, die Kleinfamilie bricht häufig auseinander. Kinder kommen auf dem Schulhof mit Gewalt und ersten Einstiegs-Drogen in Berührung. Familien-Mitglieder können meist keinen liebevollen Zusammenhalt mehr leben und behandeln sich respektlos. Ersatzfamilien mit erzwungenem Respekt entstehen, mafiose Clans, klösterliche "Familien" und Sekten. Papst, Priester, Lehrer, Militär, für Kinder der St. Nikolaus, ziehen Respekt aus der Familie auf sich. Tugenden und Laster, Seligkeit und Verdammnis werden zu fremdbestimmten Paradigmen im Leben der einzelnen Seele. Das Christentum ist darauf ausgerichtet, die Seele jedes einzelnen Menschen in ein paradigmatisches Weltbild zu ziehen, ähnlich wie eine Partei, die in die Familie eindringt und sie sprengt. Die für das Christentum typische Körperfeindlichkeit außer im Martyrium überträgt sich. Der naiv-liebevolle Umgang in Familien geht verloren. An die Stelle treten Individuen, die aus der Verlorenheit draußen oft als "Monster" wieder in die Familie zurückkehren, der Vater, der die eigene Frau schlägt, gar eigene Kinder vergewaltigt, tyrannisch wird, Liebe und Respekt verliert, Kinder, die seelisch verhärten und auf Abwege geraten, Mütter, die sich im eigenen Haus verlassen und verloren vorkommen müssen, dann Ersatzbefriedigungen suchen.



Anmerkung2 am 30/April/2010

Schoenheits-Chirurgie wird hier in Frage gestellt, wenn nicht angegriffen. In Korea beispielsweise lassen sich schon Jugendliche deshalb operieren, um ihre Berufs-Chancen zu erhoehen. Kinder werden später ihre Eltern nicht mehr erkennen und umgekehrt, weil die natürliche Gen-bedingte Ähnlichkeit weg operiert wurde.

Der Menschheit steht bevor, das nach den entstellenden "Schoenheits-Operationen" alle Skupel über den Haufen geworfen werden. Gene selbst werden manipuliert, verändert werden, um "bessere" Menschen zu züchten. Die Definition des "besseren" Menschen liegt beim Menschen selbst. Das bedeutet nichts Gutes. Der Interessen-konforme Mensch entsteht. Lobbyisten von Interessen-Gruppierungen für Kampf, Krieg, Gewissenlosigkeit werden dann später selbst manipulierte Menschen gewesen sein.

Besser der Mensch gibt sich mit seinen Genen zufrieden und macht das Beste daraus. Besser er lässt sich nicht manipulieren. Besser er entscheidet sich für seine eigenen in ihm ruhenden "besseren" Gene. Liegen sie mütterlicherseits, dann her damit. Liegen sie väterlicherseits, dann her damit, dann Gedanken, Handeln und Planen nach den vorbildlichen Vorfahren väterlicherseits ausrichten. So wäre es das Beste, denke ich. Aber sie liegen in der Regel gemischt vor. Gene sind weder gut noch schlecht. Die Auswirkung in einer Person aber zeigt, ob die Kombination gut oder schlecht war. Jeder Mensch hat eine Aufgabe, um sein Leben zu optimieren. Wenn er diese Aufgabe annimmt, dann wird er einen harmonischen Ausgleich suchen und aus seinen Gen-Bausteinen ein annehmbares, ansehnliches und ehrenhaftes Gebäude basteln.

In vielen Voelkern der Erde, auch in deren Geschichte, werden die "guten" Vorfahren besonders geehrt. Gedanklich wenden sich Nachkommen vorwiegend an die "Guten", um sie um Rat zu fragen, ihnen zu ähneln, ihnen nachzueifern. Vor Augen steht immer die Auswirkung eines Sammelsuriums von Genen, nicht die Gene selbst, die neutral sind, allenfalls Krankheiten implementieren. Aber auch Krankheit ist weder "gut" oder "schlecht", sondern die Bewältigung ist es. Bewältigt wird durch den ausgleichenden Willen, durch ausgleichende Charakter-Stärke. Erliegen kann ein Mensch durch das Gegenteil. Geben die Gene außer Krankheits-Gefährdungen auch Kraft und Stärke her, kann sie der Mensch gegeneinander kämpfen lassen. Die Bewältigung ist der Sieg.

Nehmen wir einmal an, zwei Kinder wachsen bei der Mutter auf, weil der Vater durch die Mutter "eleminiert" wurde, sei es auch durch Missverständnisse, Unverständnis für den Partner, Lügen und Egoismen. Dann sind die Kinder der Mutter "ausgeliefert". Die mütterlichen Gene werden übermäßig gewichtet. Die natürliche Balance fehlt. Die Kinder "graben" im Gen-Fundus mütterlicherseits und werden dazu verführt, den Vater zu verachten. Passiert das, ist ein Rückschluss zulässig. Dann waren die verwerteten Gene mütterlicherseits nicht besonders gut.

Ich denke dabei an einen Fall. Die Mutter "belastete" ihren Mann ständig mit der Genen-Kombination ihres Vaters und Großvaters. Der Vater ließ die verunglückte Mutter kurz nach ihrer Schwangerschaft im Krankenhaus sterben und kümmerte sich nicht um sie. Der Großvater war nach seiner Teilnahme am Russland-Feldzug labil, trank, ging in Bordelle, vernachlässigte seine Frau, die ihm 12 Kinder gebar, ließ sie in der Nachkriegs-Zeit allein, kam erst später zu sich, um eine gemütliche Versorgung zu haben.  Mit diesen "Vorbildern" belastete die Enkelin nun ihren Mann, indem sie in ihm die Eigenschaften des Vaters und Großvaters sah. Sie wollte die Eigenschaften, die aufgrund einer Kombination besonders gewichteter Gene bei ihrer Familie entstanden waren, abschieben. Um die wahren Eigenschaften ihres Mannes kümmerte sie sich nicht. Sie wollte abschieben, loswerden, sich rächen, ihn dazu benutzen und eine krankhafte unbegründete Eifersucht ausleben, die eine Mischung aus Minderwertigkeits-Komplexen und sadistischen Verhaltensweisen erzeugte, nicht ganz normal, wie neutrale Beobachter feststellten. Es waren nicht die Gene ihres Mannes, es waren diejenigen ihrer eigenen Familie, einer Siedler-Familie nahe Deggendorf, Bayerischer Wald.

Nun sind die Kinder erwachsen. Nun kommen Probleme auf auch auf sie zu. Auch sie suchen für diese Probleme einen Schuldigen. Wen wohl? Den eigenen Vater, der eleminiert, ausgegrenzt, abgestoßen wurde, der mit üblen Tricks zu hoher Unterhalts-Zahlung auch für die Frau juristisch und entgegen seinem Verdienst-Aussichten gezwungen werden sollte, dem die Kinder während seiner Abwesenheit entführt wurden, dem eine absichtlich verdreckte halb ausgeraubte Wohnung hinterlassen wurde. Lügen wurden erfunden, um in München in einem Frauenheim unterzukommen. Das Übliche: gewalttätiger Vater (absolut entgegen der Wahrheit) und "der Vater will mir die Kinder wegnehmen", auch absolut Wahrheits-widrig, womit den Kindern ständig Angst gemacht wurde. Der Vater wurde als Monster aufgebaut. Aber schon die Heimschwestern kamen hinter diese Lügen und der Scheidungs-Richter gab dem Vater das Mitsorge-Recht, weil sie durchschauen können.

Die Kinder, sieben und fünf Jahre alt, folgen dem Pfad der Mutter und kümmern sich später nicht um die Gene ihrer Vorfahren väterlicherseits. Sie sperren ihn aus, schalten ihn aus, "gehorchen" der Mutter. Damit schaden sie sich selbst. Sie adaptieren Vater-Verachtung, die in sämtlichen Kulturen eigentlich eine schwere Sünde ist und mit Ausgrenzung geahndet wird, in manchen mit der Gewissheit ewiger Verdammnis. Das also hat die Mutter erreicht. Ein tolles Ergebnis ihrer Entführung der Kinder!

Das beste Mittel dagegen wäre, auf den Vater zu zu gehen und von seinen Vorfahren und deren Genen zu profitieren. Die Vorurteile wirken sich sonst katastrophal aus. Der Sohn verlor mit 25 seine Partnerin, die er sehr schätzte, die einen sehr guten Einfluss auf ihn hatte. Schon löste er sich damals ein wenig von der Mutter und baute ein Vertrauens-Verhältnis zum Vater auf. Emails, Mitbeteiligung an einem Forum und Telefonate bezeugen es. Aber mit dem Verlust dominierte wieder die Mutter. Und die Tochter? Sie hat ebenfalls keine Partnerschaft aufbauen können und verliert mit ihren 25 Jahren allmählich die besonders attraktive Jugendlichkeit und Frische. Psychische Probleme melden sich an. Das Lügen-Gebäude der Mutter gegenüber dem Vater ihrer beiden Kinder musste verstärkt werden, um die Kinder zu halten und zu beeinflussen.

In zwei nachfolgenden Ehen, Liebes-Ehen sogar, hat der Vater zwar seine Integrität und Gewaltlosigkeit bewiesen, hat ein weiteres Kind in der glücklichen späteren Ehe, trotzdem machen sich die älteren Kinder niemals auf den Weg zum Vater und auch nicht auf den Weg zu ihrem kleinen Halb-Brüderchen. Eines Tages wird es zu spät sein. Der Einfluss der Mutter ist zu stark und dient dazu, die Kinder eifersüchtig an sich zu binden. Sie leben noch immer bei der Mutter.






Samstag, 6. Februar 2010

Der Reiz männlicher Unberührtheit bei Knaben - die Immaculata in den Köpfen von Schwulen


Religion macht süchtig, wenn Reinheit verführt

Spiegel-Online hat zu vermelden:
Die Zahl möglicher Missbrauchsfälle in der deutschen katholischen Kirche ist größer als bislang angenommen: Eine Umfrage des SPIEGEL bei allen 27 deutschen Bistümern ergab, dass seit 1995 mindestens 94 Kleriker und Laien unter Missbrauchs-Verdacht geraten sind. 30 von ihnen wurden in der Vergangenheit juristisch belangt und verurteilt
Was soll man da sagen? Bis es zu Verführungen kommt, gibt es in der Regel eine lange Vorgeschichte. Die Öffentlichkeit erfährt nur das Ende der Geschichte. Peinlich für den Papst, für die katholischen Bischöfe. Wenn sie es sind, die mit Zahlen kommen, dann handelt es sich nur um die Spitze eines Eisberges.

Nachtrag 21/März/2010: Ein erläuternder Brief des bedrängten Papstes an die katholische Kirche in Irland, an Täter und Missbrauchs-Opfer, zugleich an die gesamte Kirche klingt vernünftig und ehrlich, legt aber ein Struktur-Problem der hierarchisch herrschenden Organisation offen: der Beichte und der damit verbundenen Schweigepflicht der Priester wird widersprochen, indem nun plötzlich weltliche Gerichte eingreifen sollen und Täter wie Mitwisser aufgefordert werden, sich diesen Gerichten zu stellen. So genau ist es zwar richtig, was aber war bisher die verlogene Stärke der Kirche? Scheinbar ehrliche Reue selbst von Mördern mit Absolution zu "belohnen", also eine Art katholische "Sharia" auszuüben, um die sündigen Schäfchen bei der Stange zu halten. Und nun? Der Papst reduziert auf die Gnade Christi und nähert sich so dem Kredo der evangelischen Kirche. Es kam hart, und nun gibt es anscheinend nur noch einen Retter, nämlich Christus, denn er werde "niemals Euer Vertrauen missbrauchen".

Leider ist auch das nicht ganz sicher, denke ich mal, denn viel zu viele Menschen drängten in Laufe der christlichen Geschichte in den Märtyrer-Tod und noch mehr Menschen mussten das "Kreuz" unfreiwillig auf sich nehmen, weil Kirche laufend Macht-Missbrauch produziert. Der Papst beißt sich in den Schwanz, mal sehen, wie es weiter geht. Ende des Nachtrags.

Die katholische Kirche kollabiert. Sie muss Glaubens-Lügen und Lebens-Lügen ihrer Diener verkraften. Sie kann nicht mehr glaubhaft auftreten. Der schöne Schein ihrer Rituale ist beschmutzt. Der Papst wird nervös. Die Erhabenheit, die Souveränität ist weg. Streit in England, ein Statement gegen den Film Avatar, wohin soll die Reise gehen?

Nachträge am 18/Febr/2010 und am 24/Febr/2010 und am 25/Febr/2010 und am 5/März/2010 und am 13/März/2010 und am 17/März/2010 und am 18/März/2010, sodann am 19/März/2010 und nochmal am 20/März/2010; am 21/März/2010; am 25/März/2010;

Auch Frauen sollen missbraucht haben (Spiegel-Online Artikel soeben); Ein Abt tritt zurück - es wird immer bunter, es wird immer doller - Von der Kirche gezeugt, dann geschändet ... Vatikan versumpft - Missbrauch im sadistischen Kloster Ettal - Tutti perversi ("?"?) - Nun auch noch das: die Regensburger Domspatzen! Und Kapuziner auch noch! Jetzt noch der Pädophile Peter H., der unter Joseph Ratzinger nur ins Erzbistum "versetzt" wurde. Sodann vergingen sich Geistliche an blinden Kindern, wie heute, am 19/März/2010 von Spiegel Online gemeldet wird.


Opfer werden aufgefordert, sich zu melden oder zu outen, um innerhalb der katholischen Kirche das Problem einzugrenzen, nicht aber um es offen zu legen, wie berichtet wird. Darum werde ich in meiner Argumentation heute, am 07/April/2010, etwas aggressiver. Kardinal Ratzinger, jetziger Papst, war als Zeuge und Verantwortlicher wissentlich involviert. Sein Bruder war cholerischer Leiter der Regensburger Domspatzen. Wie es scheint, ist der heutige Papst Benedikt XVI einem moralischen Sumpf entstiegen. Wer zu Ostern die Feierlichkeiten im Petersdom am Bildschirm verfolgt hat, soweit sie ausschnittweise gezeigt wurden, konnte außer einem merkwürdigen Kontrast zwischen früher und heute noch etwas anderes feststellen. Dieses Andere auszudrücken, ist etwas heikel und vielleicht nur denjenigen zugänglich, die sich aufgrund einer anderen Religion, außerhalb der verklebten und verfeindeten drei "Weltreligionen" Abrahams oder Mose, einen genügenden Abstand erobert haben. Dieser Abstand, ohne Feindseligkeit und Groll, macht gelegentlich "sehend".

Was war zu "sehen"? Eine geradezu psychopatisch-manische Liebe des Papstes zu den Symbolen Christi, vorzugsweise zum Corpus Christi in barocker Darstellung am Kreuz. Ich bestreite, dass es sich nur um ein Anhimmeln einer einzigen Wahrheit handelt. Vielmehr gehen die Gefühle weit über eine Verehrung hinaus, in eine ganz andere Richtung. Die gesamte verkorkste katholische Sexualität erscheint personalisiert. Der Leib Christi wird als Kompensations-Objekt benutzt.

Um so exzentrischer werden diejenigen gehasst, die dem leiblich geliebten Heiland Leid zugefügt haben. Die katholische Kirche macht sich selbst zu einem Irrenhaus. Umso strenger fallen Regeln und Doktrinen aus. Sie halten das Irre in Grenzen und ermoeglichen die Moralaufsicht in der Beichte. Dem Schein nach ist alles geregelt, in Wirklichkeit toben intern die zerrissenen Gefühle. Diese gehen auch in die Richtung, über die Missbrauchs-Opfer nun berichten.

_____________________

Nachträge

13/April/2010

So langsam treffen nun die diversen Untersuchungs-Berichte weltlicher Gremien in den Redaktionen der Nachrichten-Agenturen ein, gefolgt von beschwichtigenden Erklärungen des Vatikans, der auf zwischenzeitliche eigene Regelungen verweist. Die Lawine rollt schneller. Talkshows zum Thema nehmen zu.

Oben hatte ich am 7/April/2010 vertreten, dass der Leib Christi als Kompensations-Objekt missbraucht werden kann. Dahinter verbirgt sich die Indoktrination der katholischen Kirche, die irdische Liebe durch eine "himmlische" zu ersetzen, gleichzeitig die "irdische" zu verteufeln. Die Realität verrät nun, dass es sich um ein perfides Ablenkungs-Manoever handeln kann, um abdriftende Gefühle individuell verstecken und gesetzwidrige Handlungen intern verdrängen und vor der Oeffentlichkeit verheimlichen zu koennen. Die Doppel- oder Tripel-Moral wucherte in der Vergangenheit im Untergrund. Jetzt kommt zumindest ein winziger Teil heraus und ermüdet die Hemisphäre durch Wiederholungen in den Nachrichten. In Ohnmacht fällt keiner mehr.

Leben Jesu, Leidensgeschichte und Vergoettlichung enthalten allerdings auch Elemente und Details, die den logischen Schluss zulassen, dass die katholische Kirche mit immanenten Problemen zu kämpfen hat, die von der Lehre selbst stammen. Demnach wäre das in letzter Zeit offen zutage tretende Problem schon immer Teil der katholischen Kirche gewesen. Die Folgen der Glaubens-Voraussetzungen sind logisch. Niemand sollte sich wundern, wenn fehlgeleitete "Liebe", gleitende Verführungen, Missbrauch von Kleinstkindern, Kindern und Jugendlichen und verbrämte Homosexualität insgeheim zu einem festen immanenten Bestandteil wurden. Das Beschwichtigen und Vertuschen wäre dann nämlich nur der ohnmächtige Versuch, die Kirche zu rechtfertigen und der trotzige Wille, die katholische Kirche als Macht-Instrument zu erhalten, weiter zu etablieren und weiter zu verbreiten.

Bestandteil der katholischen Kirche sind verdrängte oder fehlgeleitete Sexualität gegen die Natur des Menschen und offene oder verdeckte Inquisition, verbunden mit Schuld-Indoktrination und Hoellen-Drohungen. Nichts Neues also.



14/April/2010

Neu ist aber, dass inzwischen der DEHismus existiert. Er ging bisher davon aus, dass eine weitgehend intakte christliche Kirche existiert. "Gläubige" intakter Kirchen moechten nämlich bitte ihre gewohnten Riten und schoenen Bräuchen beibehalten, um sie friedlich auszuleben. Der DEHismus definiert lediglich eine andere Gottes-Vorstellung ohne Schriftquellen, Erzählungen und Übersetzungen, allein aus der Beobachtung der Natur des Menschen in Momenten und Zeitabschnitten, in denen er sich natürlicher Abläufe bedenkenlos und gefahrlos hingeben kann. Er, der Mensch, wird als eine Einheit aus beiden Geschlechtern definiert, die am Schoepfungs-Prozess zu einem kleinen Teil, vergleichbar mit einem kleinen Sichtfenster der Erkenntnis, für Momente teilhaben darf und deshalb genügend Liebe auf leibliche Kinder überträgt. Alle Chancen einer unbehinderten natürlichen Entwicklung des neu geschaffenen Menschen werden vom Zeitpunkt der Zellen-Verschmelzung dann frei gesetzt. Die "Einheit" des geschlechtlich geteilten Menschen bedarf einer individuellen Entfaltung natürlicher Ressourcen, die gegenseitig entdeckt und erfahren werden. Diese Ressourcen lassen sich nicht kaufen, erzwingen, einseitig definieren , von Dritten manipulieren, religioes, gesellschaftlich, medizinisch oder diktatorisch kanalisieren und beinflussen. Sie werden in Freiwilligkeit und Freiheit angeboten - von DEH.








Mittwoch, 30. Dezember 2009

Sehr viel nachzuholen



Rena Jones - Open Me Slowly 3D Fractal Video from Kris Northern on Vimeo.


Ein Spiegel-Online Artikel brachte die neue 3D Erscheinung des "Apfel-männchens" an die breite Öffentlichkeit. Danke!

Nachzuholen sind auch einige Themen, die mir im Kopf herumgehen:

  1. Finanzkrise, Wirtschaftskrise, falsches Vorgehen der Regierung, falsches Image von Steinbrück und BP Köhler, dessen Berliner Wirtschafts-Rede.
  2. Identität: können wir Deutschen vaterländische und friedliche Einigkeit überhaupt praktizieren? Selbst während des Prozesses der Deutschen Einheit gab es nicht einmal eine übergreifende Koalition, wie der Berater des US-Aussenministers Baker, Harvey Sicherman, belegt Anmerkung1.
  3. Der DEHismus hält neuen Weltbildern stand, auch wenn weitere Welten mit weiteren Urknall-Geburten existieren mögen, dagegen befinden sich Chistentum und Islam aufgrund der Forschung in der Defensive.
  4. Chaos-Theorie und der Zauber fraktaler Welten, siehe das Flash-Video oben.
  5. Hat der 11. September 2001 den Westen demoralisiert?
  6. Hat der Zusammensturz des World Trade Centers am 11. September 2001 die Wirtschafts- und Finanz-Welt aus der Bahn geworfen?
  7. Kann ein Verlust an ethischen Verhaltensregeln nach dem 11. September 2001 auch an deutschen Unternehmen nachgewiesen werden?

_____________________

Anmerkung1


Am 9. Februar 1990 gewann Baker in Moskau Gorbatschows vorläufige Zustimmung zum "2+4"-Verfahren und unterrichtete sofort in allen Einzelheiten Helmut Kohl. Auf einer anschließenden Konferenz in Ottawa gewann Baker bei Einzelgesprächen in Hinterzimmern und Hotelsuiten dann seine britischen und französischen Partner für die "Zwei-plus-Vier"-Formel. Schließlich lenkte auch der skeptische sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse angesichts von Bakers "Schnelldiplomatie" (so sein abfälliges Urteil) widerwillig ein.


Eine Woche vor den Wahlen in der DDR am 18. März 1990 verfasste Bakers Berater Harvey Sicherman ein Strategiepapier über den Stand und die Zukunft der US-Europapolitik. Dem Außenminister erschien es so wichtig, dass er es zu seinen Privatakten nahm. Sicherman konstatierte darin den "Mangel an deutscher politischer Einheit" und das Fehlen einer "Großen Koalition" in der Frage der Wiedervereinigung. Kanzler Kohl, der "den Ehrgeiz zu einer historischen Figur aber das Benehmen eines Parteibonzen" an den Tag lege, bediene den Wunsch der DDR-Bevölkerung nach schneller Wiedervereinigung, "selbst wenn es andere Nationen irritiert".





Montag, 9. November 2009

Der hässliche Judas, der in Deutschland Judenprogrome einleitet, gemalt 1524/25 von Holbein d. Jüngeren


Abendmahl, oben Ghirlandaio 1480 unten Leonardo da Vinci 1495/98
außerdem: hineinmontierter Judas von Holbein d. Jüngeren 1524/25

Die unterschiedlichen klassischen Abendmahl-Darstellungen der beiden Italiener stellen Judas noch als Jünger dar. Holbein verwandelt ihn in den hässlichen Juden, der Juden-Progrome einleitet.

Deutsche Verfälschung des Abendmahls

Aus menschlicher individueller Verfehlung wird rassistische Denun-ziation. Judas wird anti-jüdisch verallgemeinernd als Fremdkörper dargestellt. Vorurteile werden verstärkt. Die antisemitischen Entglei-sungen Martin Luthers in seinen späten Jahren waren offensichtlich keine individuelle Verfehlung, wie das Bild Holbein des Jüngeren beweist. Sein hineinkopierter Judas in die oberen beiden Bilder wirkt wie ein eklatanter Stil-Bruch. So wird deutlich, dass die Renaissance in Italien den polytheistischen befreienden Geist der Antike assimilierte. Jenseits der Alpen dagegen zeigt die Kunstpraxis eines Holbein des Jüngeren die bieder-wackeren Vorurteile einer Gesellschaft, die sich "tiefgläubig" abgrenzt, indem sie Unschuldige ausgrenzt.

Ende des 16. Jahrhunderts entsteht "The Comical History of the Merchant of Venice" oder "The Jew of Venice" von William Shakespeare, der seine jüdische Hauptfigur vor Tugenden des Christentums kapitulieren lässt, so dass er schließlich einwilligt zu konvertieren, um seinen Besitzt nicht vollends zu verlieren. Er will zwar ein Pfund Fleisch aus dem Körper seines säumigen und tragisch vertragsbrüchigen Schuldners gemäß Kredit-Vertrag tatsächlich herausschneiden und schickt sich an, es zu tun, wird aber mit dem Argument der Verteidigung konfrontiert, jeder Tropfen Blut dabei sei allerdings vertragswidrig. Der jüdische Kaufmann darf menschliche Züge zeigen, die seiner Rache widersprechen. Die "Barmherzigkeit" des Christentum löst diesen Widerspruch auf. Abgrenzung und Ausgrenzung durch das Christentum gegenüber dem Judentum hat eine ähnliche Dimension wie bei Holbein dem Jüngeren, sie sind nur feinsinniger aufgefächert. Der Autor ist ja Shakespeare.

Luther und Holbein der Jüngere lieferten den zusätzlichen Teil deutscher Radikalität, Rechthaberei und denunziativer Gehässigkeit, der sich über die Zeit hielt und dann in der Shoah mündete, weil ein überdrehter Hetzredner und fanatischer Executor als germanischer Führer, aus dem österreichischen Braunau und den Asylheimen Wiens herkommend, das antisemitische Wien und Luther im Sinn, tatsächlich an die Macht kam. Gegen ihn und sein successiv aufgebautes nationalistisch-ethnisches Mord-System waren Flugblätter der Geschwister Scholl, Fahrtenmesser von Jugendlichen und ein selbstopfernder Widerstand eines von Stauffenberg machtlos, bis Trümmerfrauen die zerstörte Weltbühne bevölkerten.




Mittwoch, 7. Oktober 2009

"Einfach Menschlichkeit?" "Liebe deinen Nächsten?", so erklärte Marga Spiegel ihre Rettung vor dem Zugriff der Nazis durch Bauern im Münsterland


Marga Spiegel und ihre Darstellerin Veronica Ferres, Foto dpa

Seit dem 18. August 2008 wurde nahe Dülmen, Wadersloh und Lippstadt, Westfalen, die deutsch-französischen Co-Produktion „Unter Bauern“ (AT), gedreht. Sie kommt jetzt in die Kinos. Zwischen der betagten und geistig überaus lebendigen Zeitzeugin und ihrer biographischen Darstellerin entstand ein inniges freundschaftliches Verhältnis, das Glaubwürdigkeit und Echtheit des Films unterstreicht. Solche "Wahlverwandschaften" können gewiss dann entstehen, wenn Deutsche Herz zeigen Anmerkung1.

In den Hauptrollen stehen neben Veronica Ferres („Ein Leben für ein Leben – Adam Resurrected“, „Klimt“) und Armin Rohde („Nacht-schicht“, „Herr Bello“) als Marga und Menne Spiegel, Margarita Broich („Vier Fenster“, „Teufelsbraten“) und Martin Horn („Die Buddenbrooks“, „Stauffenberg“) sowie die junge Lia Hoensbroech als Familie Aschoff vor der Kamera des israelischen Kameramanns Danie Schneor („The Smile of the Lamp“, “Late Marriage“). In weiteren Rollen sind Marlon Kittel („Sommersturm“, „Paule und Julia“) und Veit Stübner („Die Fälscher“, „Fleisch ist mein Gemüse“) zu sehen. Regie führt der aus Holland stammende Ludi Boeken, der für seine vielfältige Arbeit als Produzent, Regisseur und Autor mehrfach ausgezeichnet wurde („Deadlines“, „Zug des Lebens“/“Train of Life“).
„Unter Bauern“ (AT) basiert auf den Erinnerungen von Marga Spiegel. In ihrem Bericht, der 1965 als Buch mit dem Titel „Retter in der Nacht“ erschienen ist, schildert sie, wie couragierte Bauern im Münsterland von 1943 – 1945 ihren Mann versteckten und sie selbst mit ihrer Tochter unter falschem Namen auf dem Hof aufnahmen. Damit gelang es den Bauern, das scheinbar Unmögliche zu verwirklichen: Die gesamte Familie zwei Jahre lang zu schützen und vor der Deportation zu bewahren, ohne dafür mit dem eigenen Leben zu bezahlen, oder bestraft zu werden.

Heute morgen war in der DW eine aktuelle aufgezeichnete Kerner-Sendung zu sehen, zu der die eindrucksvolle 98-jährige Marga Spiegel und ihre junge Darstellerin und jugendliche Freundin, Veronika Ferres, eingeladen waren. Die Schilderungen über die Ereignisse 1943-45 aus der Sicht der Betroffenen und Zeitzeugin, unterstützt durch Szenen des Films, waren bewegend und Gegenwart-nah, einzigartig und bedeutend, sicherlich so wichtig wie Spielbergs "Schindlers Liste". Über das Film-Thema hinaus schilderte Frau Spiegel ihre tiefgründige Angst vor Männer-Gruppen der Krieg-Gereration, noch bis weit in die Nachkrieg-Zeit hinein. Sie betonte: "Aber es waren merkwürdigerweise nur immer Männer, nie Frauen", die ihre "Phobie" auslösten. Sie betonte die Unschuld der jungen Generationen in Deutschland, die das Wissen über die Geschehnisse nicht verdrängen sollen, um stets gewappnet zu sein, damit sich so etwas nicht wiederholt und schon Anfänge abgewehrt werden können.


_____________________

Anmerkung1

Auch ich hatte einmal Gelegenheit, Herz zu zeigen. Aber ich habe kläglich versagt. Da hatte ich eine Autorin, aufgewachsen in Leningrad-St. Petersburg, gab ein Buch von ihr heraus, machte mit ihr die ganze verlegerische Arbeit an diesem Buch (Lada Nikolenko, "Pierre Mignard"), plante mit ihr weitere Projekte, wurde von ihr wie ein Sohn aufge-nommen, wenn ich in München war - und kümmerte mich dennoch nicht um den wichtigsten tragischen Teil ihrer Lebensgeschichte, denn sie überlebte die Belage-rung von Leningrad, die Leningrader Blockade durch deutsche Truppen. Die Deutschen befolgten eine gnadenlose vernichtende Aushungerung-Strategie der gesamten Zivilbevölkerung, der ca. 1,1 Millionen Menschen zum Opfer fielen, siehe hier, Punkt 11 und 12. Lada war mitten in diesem Leid. Als Folge davon hatte sie schlimme Nerven-Schmerzen. Trotzdem hatte sie so gut wie immer ein fröhliche Ausstrahlung. Als Deutschen wollte sie mich wohl schonen, machte nur einmal eine Andeutung. Ich fragte nicht nach, ließ sie von ihrer Zeit in New York erzählen, von großer Gesellschaft, von ihrem Mann, der ein begnadeter Maler war, von ihrem wissenschaftlichen Schönheiten-Archiv, das während ihrer Tätigkeit am Zentralinstitut für Kunstge-schichte in München entstand. Nun lebt sie nicht mehr, und ich kann nicht mehr fragen, kann keinen direkten Anteil mehr nehmen.




Sonntag, 16. August 2009

Die Kath. Kirche besitzt das Recht der Ursprungs-Räuberin an einer jüdischen Messias-Lehre in Alexandria



Origenes hielt große Teile der Evangelien für Bildungen und Erfindungen. Er wirkte in Alexandria 1. Hälfte 3. Jh. AC
211 bis 212 weilte Origenes in Rom, kehrte aber ernüchtert über die Laxheit während des Pontifikats Zephyrinus’ nach Alexandria zurück.

Originale der Evangelien waren um 200 AC nicht mehr vorhan-den. Auch im ersten Jh. AC gibt es keine Belege für Urschriften. Abschriften aus dem 4. Jh. bilden die Grundlage für das Neue Testament. Die Abschriften variieren. 250000 kleinen Fehlern stehen ca. 250 substantielle Variationen gegenüber. Die Diver-genzen wurden vom Hl. Hieronymus, Bischof von Mailand im 4. Jahrhundert, beschrieben. Die Evangelien können daher keine Verbal-Inspirationen ohne Irrtümer gewesen sein. Der "Heilige Geist" kann somit nicht wörtlich diktiert haben. Den Schriften haften Absichten, menschliches Kalkül und menschliche Fehlerhaftigkeit an.

Eine Auseinandersetzung zwischen Petrus und Paulus wurde in mehreren Codices um 500 verfälschend verdreht, um die angestrebte Autorität der Päpste zu stärken.

Nach Berichten der Synoptiker wurde Jesus an einem Samstag gekreuzigt, falsch, denn dieser Tag fiel auf einen hohen Feiertag. Nach Johannes fand die Kreuzigung an einem Freitag statt. Markus sagt mk.15,25 in der dritten Stunde, Johannes sagt in der sechten Stunde. Nach ihm brachen die Frauen am Ostertag zum Grab auf, als es noch dunkel war, nach Markus, als die Sonne aufgegangen war, mk 16,02.

Matthäus beschreibt einen Engel auf dem weggewälzten Stein vor dem Grab, mt 28,22, nach Markus sahen die Frauen den Engel im Innern des Grabes, mk 16,05. Lukas beschreibt, dass Jesus nur einmal in Jerusalem war, Johannes, dass er im Laufe von drei Jahren mehrmals dort war.

Matthäus mt.27,44 und Markus mk.15,32 berichten, die beiden Mitgekreuzigten hätten Jesus geschmäht. Lukas sagt das Gegenteil. Nur einer habe Jesus gelästert, was der andere ihm verwies. Nach Lukas lk.24,50-51 fand die Himmelfahrt Jesu bei Bethanien statt, laut der Apostelgeschichte apg.01,11-12 auf dem Ölberg bei Jerusalem.

Obwohl die Hierarchie um die Widersprüche und die am Evangelium vorgenommenen Manipulationen Bescheid wußte, forderte sie zwingend unter Androhung von ewigen Höllenstrafen, zu glauben, daß jedes Wort irrtumsfrei vom Heiligen Geist eingegeben worden sei und die Evangelien uneingeschränkt Irrtumslosigkeit beanspruchen. Durch die Fälschungen war aus der Frohbotschaft eine Drohbotschaft geworden. Der Gott der unendlichen Liebe wurde zum alttestamentarischen Rachegott, der wegen Verletzung kirchlicher Vorschriften ewige Höllenstrafen verhängt. Um zu verhindern, daß dem Volke Gottes beim Lesen der Bibel Zweifel kommen, verbot die Kirche jahrhundertelang das Lesen der Heiligen Schrift. In Spanien stand auf dem Besitz der Bibel sogar die Todesstrafe.

Um Nachforschungen anhand der griechischen Codices des Neuen Testamentes zu verhindern, verbot die Universität Paris (Sorbonne) sogar das Studium des Griechischen. Dies wurde als Ketzerei angesehen und mit dem Tode bestraft. Die Verbote des Bibellesens wurden bis in das 19. Jahrhundert immer wieder eingeschärft. Noch 1902 hatte es eine biblische Frage unter Theologie-Studenten offiziell nicht zu geben. Aber Häretiker bekamen letztlich recht, Auszüge.

Die Wahrhaftigkeit der Katholischen Kirche ging wegen ihrer eigenen Manipulationen, Drohungen, Verbote und Imperative verloren. Die Katholische Kirche hat sich jedoch eine Art Besitzrecht auf die Christliche Lehre erobert. Sie hat sich das Recht der Ursprungs-Räuberin einer jüdischen Messias-Lehre in Alexandria erworben, die unter dem alexandrinischen weltoffenen Einfluss fernöstlicher Lehren der Gewaltlosikeit und ägyptischer Horus-Legenden etc. gegen eine immer grauenhaftere römische Herrschafts-Praxis entstanden war. Sie war eine intern jüdische Angelegenheit und zeigt die geistige Kraft aus dem Alten Testament. Alle Verurteilungen, negativen Beurteilungen der Kirchen und des Abendlandes gegenüber dieser Erst-Leistung des Judentums gehören auf den Müllberg. Die Lehre wurde gegen Rom in Rom genutzt und war eine Art Widerstand-Bewegung oder Untergrund-Opposition. Hier beginnt die Leistung der Katholischen Kirche, die den Märtyrer-Weg ging. Die Katakomben von Rom belegen die für Christen schwierige Zeit.

Nachtrag am 22/April/2011 mit einem Spiegel-Online-Bildzitat (verändert)

Der letzte Absatz von oben scheint Spiegel-Online inspiriert zu haben. Besonders meine Inhalte "gegen eine immer grauenhaftere römische Herrschafts-Praxis" und die " Lehre, die gegen Rom in Rom genutzt wurde und eine Art Widerstand-Bewegung oder Untergrund-Opposition war" wurden aller Wahrscheinlichkeit kopiert, um nun Geschäft zu machen, denn außer dem zahlbaren Text-Werk des Spiegel wird eine DVD mit dem Titel "Der Rebell Gottes - als Christus Rom herausforderte" gegen Bezahlung angeboten.


Warum bin ich mir so sicher, dass es sich um ein Ideen-Plagiat handelt? Ich weiß, das mein "Internet-Schreibtisch vRhein" auch vom Spiegel systematisch, im Geheimen und ohne Absicht zu zitieren auf Verwertbarkeit meiner originären Ideen durchsucht wird. Diesmal passte das mutmaßliche Plagiat zu Ostern 2011 - und auch ganz gut zu den Rebellionen in Nordafrika. Aber es fand eine Schwächung des "Plagiats" statt. Daran erkenne ich meist das Abkupfern von Ideen, nämlich wenn der ursprüngliche Zusammenhang nur halb verwertet wird, wie hier, weil ein anderer - geschäftlicher - Zusammenhang dominiert. Nicht eine jüdische Lehre in Alexandria steht also im Vordergrund des Spiegel-Aufhängers, sondern Christus selbst, weil sich dieser besser verkaufen lässt. Der Hinweis auf Wissenschaftler als Fundament der Thesen ist obsolet, weil sich zurzeit für alle Richtungen Wissenschaftler finden, auch wenn sich diese widersprechen. Diejenigen werden dann heraus gegriffen, die den Verkaufs-Titel untermauern.

Sicherheitshalber fordere ich von Spiegel-Online eine angemessene Enschädigung.






Freitag, 26. Juni 2009

Ajatollah Ahmed Chatami, Geistlicher oder Mörder?




Ajatollah Ahmed Chatami, der Vertraute von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, verlangte, die Spitze der Protestbewegung hinzu-richten. Diese Anführer sollten "ohne Mitleid und rigoros" als Menschen abgeurteilt werden, sagte er heute während einer Gebets-Zeremonie - Bericht Spiegel Online. - Die beiden Bilder zeigen eine Umdeutung von Luca Signorelli, Geißelung Christi, 1508, mit Neda Agha-Soltani, ungewollte Scharfschützen-Märtyrerin der Freiheit, aus dem Iran. Die Seele eines Mörders ist oben links und unten rechts zu sehen. Rechts unten ist ein Ausschnitt von links oben.

_____________________

Nachtrag

TIME honors Neda as 'Person of the Year', ein Bericht der FREETHOUGHT NATION presented by Acharya S and Truth Be Known, online since 1995




Donnerstag, 4. Juni 2009

Der Bethlehemitische Kindermord durch Herodes wurde erfunden



Ausschnitt Giotto Arenakapelle Padua: Bethlehemitischer Kindermord


Spiegel Online berichtet soeben über neuere Forschung zu Herodes und den Bethlehemitischen Kindermord, Zitat:
Geschichtsschreibung und ihre Deutung wird inzwischen filigran erforscht. Und so widerfuhr Herodes späte Wiedergutmachung. Heute sind sich viele Historiker in einem Punkt einig: Die Erzählung vom Kindermord sollte die Geburt Jesu noch aufwerten, stimmen aber dürfte sie nicht. Denn der jüdische Historiker Flavius Josephus, dessen Chroniken die Hauptquelle zu Herodes bilden, erwähnt die Mordgeschichte überhaupt nicht.


Auch von Christus selbst gibt es keine historischen zeitgenössischen Belege. Nun war der angebliche Kindermord des Herodes eine "Ver-stärkung", um die Geburt Jesu indirekt zu dokumentieren. 

Allmählich deuten sich die detaillierten Schilderungen der Ankunft des Messias, also Christus, im Alten Testament, als eine Vorlage. Es sind insgesamt über 130 Stellen. Eine der deutlichsten Schablonen Christi findet sind in Jesaja 53. Die Erwartung der Ankunft des Messias als den Erfüller aller Voraussagen über ihn könnte zu einer Spaltung des Judentums geführt haben, ähnlich wie es Spaltungen innerhalb der Christlichen Kirchen gibt. Erwartungen ersehnen Erfüllung. Die Endzeit-Spekulationen mancher apostolisch-evangelischer Abspaltungen erwarten zum Beispiel biblische Erfüllungen auch in unseren Tagen. Ankunft-Erwartung damals und Endzeit-Sehnsucht heute trieben und treiben ihre Früchte. 

So könnte das Leben Jesu mit allen Wundern auch eine Frucht solcher Erwartungen gewesen sein. Ich denke dabei an die größte Bibliothek der antiken Welt um die Zeitenwende, nämlich an Alexandria mit einem unverhältnismäßig großen jüdischen Viertel in unmittelbarer Nachbarschaft der Bibliothek. Hier könnte die Urschrift der späteren Evangelien entstanden sein, wenn es diese Urschrift denn gab. Alexandria wurde von kulturell blinden Muslimen gänzlich zerstört. Darum wissen wir es nicht, aber ich gehe mal davon aus. 

Die Konstruktion einer neuen Religion war notwendig geworden. Dass es sich um eine Gelehrten-Konstruktion handelt, darauf weisen immer mehr logische Schlüsse. 

Versetzen wir uns doch in die Lage solcher Gelehrten, die sich im Alten Testament bestens auskannten, die außerdem aber auch Zugang hatten zu den Zeugnissen anderer Kulturen, die Alexander der Große assimilierte. Eine "Runderneuerung" des Alten Testamentes unter dem Einfluss globaler Quellen, die in der Bibliothek gesammelt wurden, liegt auf der Hand. Die Schablonen des Messias zusammenzusetzen dürfte fast eine logische Konsequenz gewesen zu sein. Sie wurden neu definiert. Nun musste das Himmelreich ebenfalls definiert werden. So entstand eine relativ klare Vorstellung der kommenden Ereignisse nach dem Tode eines Jeden. 

Hier beginnen die Schwierigkeiten. Das Leben Jesu narrativ zu erfinden, vielleicht anhand vieler Schicksale von Gekreuzigten nach römischer Art, Wunder hinzuzufügen, die Passion aus Jesajas zu übertragen, selbst Judas zu kopieren, andere Details aus Ägypten und buddhistischen Ländern hinzuzufügen, dürfte gar nicht so schwer gewesen sein, viel einfacher als das Himmelreich zu entwerfen und die zugehörige Hölle ebenfalls. 

Diente die Erbsünde der Möglichkeit, bereits Babys "retten" und taufen zu können, so dienten Fegefeuer und Hölle als Schrecken, damit Menschen Folgen des Abweichens vom religiösem Leben warnend vor Augen hatten. Wann aber sollte das Gericht über sie stattfinden? Gleich nach dem Tod ganz rationell? Oder erst später an einem jüngsten Tag des Gerichtes über alle? 

Das letztere eignete sich besser, da das "Jüngste Gericht" mehr Gewicht hat und darstellbar ist. Individuelle Gerichte gleich nach dem Tod wären im Sande verlaufen. Das bombastische Ereignis der Seelen-Waage für alle je gelebten Menschen zu einem einzigen Endzeit-Zeitpunkt erschien die beste Lösung zu sein. Leider hatte diese Entscheidung Folgen. 

Vor dem Jüngsten Gericht befinden sich die Seelen nämlich dann in einer Warte-Position. Um diese Wartezeit wenigstens etwas aufzuteilen, sollte in einem Fegefeuer bereits eine Vorentscheidung fallen. Trotzdem, die Wartezeit dauert danach unendlich lang und scheint mit dem Weiterleben der Menschen-Spezies zusammen zu hängen. Solange neue Menschen geboren werden, darf es das letztliche Erretten oder Verdammen noch nicht gegeben haben. Jede Generation soll von neuem Angst haben. 

Mittlerweile ist das Universum wohl voller Seelen, die warten, die das Fegefeuer eventuell schon hinter sich haben oder auch nicht. Für die frischen Seelen wurde das Fegefeuer so halbwegs abgeschafft, davon kündete jüngst die Katholische Kirche. Ein Stau im Universum zu Lasten eines Richters ist somit vorprogrammiert, da offenbar auch rückwirkend gerichtet werden soll, mithin nicht nur die Generationen nach der Zeitwende, sondern die der Menschheit-Geschichte generell. 

Die obligatorische Erbsünde hilft dabei, nicht fragen zu müssen, ob sich Menschen darunter befinden, die untadelig gelebt haben; es sind einfach alle. Das Hoffen auf Erlösung streckt die Zeit bis in weite Ferne, Heil-Gewissheit und Erlösung-Erwartung gibt es daneben trotzdem bereits auf Erden zu Lebzeiten. Schon auf Erden wird die Wartezeit begonnen. Die einen sagen, sie seien gerettet und verdammen andere, als seien sie bereits in der Hölle angelangt. Man nimmt gern eine beweihräucherte kleine Miniatur-Waage in die Hand und fängt schon mal an zu wiegen. 

Warum diese Schilderung? Sie dient dazu, das EWIGE LEBEN zu erklären. Das endlose Warten muss mit dem Verlangen zusammenhängen, das EWIGE LEBEN zu ergattern. Nur so macht das Warten der Seelen auf das ohnehin unvorstellbar ferne Jüngste Gericht einen Sinn. Hinter dem Warten muss etwas folgen, das eine Steigerung darstellt, damit sich das Warten lohnt. Nichts anderes kommt in Frage, nur das EWIGE LEBEN in Herrlichkeit. 

Was mich betrifft? Gute Frage. Ich möchte das EWIGE LEBEN nicht. Der DEHismus gibt sich mit dem irdischen Leben zufrieden, würdigt dies umso besser, dankt es einer höchsten Schöpfer-Entität besser und erwartet eine ganz natürliche Übertragung von allem Brauchbarem an Leib und Seele in den neuen Kreislauf des Lebens ganz ohne Ängste.





Samstag, 11. April 2009

Christliche Kirche und DEHismus



Der Segen aus dem Augenwinkel: wer verfolgt mich?


Kultur-Erbe sollte niemals zerstört werden!


Notre Dame de la belle verrière; Mittelteil 12.Jhd., Chartre


Zeus auf dem Wappen Benedikts XVI in Chartre Anmerkung1: Warum haben Christen meine Kultur ohne Not mutwillig zerstört? Ich war es, der Europa geschaffen hat! Meine griechischen Philosophen haben die Grundlagen für Freiheit und Demokratie gelegt. Ich bin die Identität der abendländischen Kultur. Warum ist Europa auf eine östliche Wüsten-Religion hereingefallen, hat sich Zwängen unterworfen, die freiheits-beraubend sind Anmerkung2? Warum wurde Europa erst wieder befruchtet und wach, als arabische Quellen die in Vergessenheit geratenen und zerstörten griechischen Quellen meiner griechischen Philosophen und Wissenschaftler mitten im dunklen christlichen Mittelalter ins Bewusstsein riefen? Mit mir hat Europa etwas Eigenes geschaffen, etwas aus sich selbst heraus! Warum ist Europa immer wieder bereit, die eigene Kultur wegzuwerfen und sich wie ein Muslim, der nur seinen Koran kennt, auf die Grundlagen eines Moses einzuschränken, der ein Mörder, ein Diktator war? Warum sollte die ägyptische Kultur im roten Meer untergehen? Europa hat sich einem kulturellen Verdrängungs-Kampf zu seinem Nachteil angeschlossen und dabei seinen Ursprung und seine Identität fast vergessen. Renaissance der klassischen Antike hat Europa dennoch immer wieder auf die Beine gebracht, es Freiheit atmen lassen. Unfreiheit kam aus dem weit-läufigen Erbe des Moses: Bevormundung, Höllen-Ängste, Bestrafung, Verbote, letztlich auch die perversen Auswüchse, die Europas Geschichte geprägt haben.

Der Literatur-Kenner Marcel Reich-Ranicki sagte in einem gestern ausgestrahlten TV-Interview in seinen heiligen Wohnräumen vor Bücher-Wänden, es gäbe keinen Gott. Er sei sich sicher und habe den Mut, es zu sagen. Daraus entnehme ich eine Liebeserklärung an die Literatur der Aufklärung und der daraus geborenen Inspirationen. Seine Aussage machte er zum Zeitpunkt des Interviews, nicht zum Zeitpunkt der Ausstrahlung in der Deutschen Welle. Da war Karfreitag.

Nun steht Ostern bevor, das zentrale Fest der Christenheit, das die Auferstehung feiert. Die Muslime sagen, Christus sei gar nicht gekreuzigt worden, Allah habe ihn vorher "zu sich genommen", er sei auch nicht göttlich. Marcel Reich-Ranicki bestreitet die Existenz Gottes an sich, damit auch eine mögliche Wahrheit der Genesis und des Neuen Testamentes. Dazu gehört in der Tat Mut, mehr Mut als ein DEHist aufbringt, wenn er die Gottes-Vorstellung verwandelt und DEH ganz vorsichtig zu beschreiben versucht.

Die Auferstehung vom Leiden für andere ist ein Triumph-Zug der Vision für eine bessere Welt, die schuldbewusst ist und die Hoffnung an eine Überwindung des Todes und des Bösen mit der Vergöttlichung einer historischen oder erfundenen Person verknüpft, die Christus genannt wird. Dieser Triumph-Zug bleibt den Muslimen versagt, an Marcel Reich-Ranicki geht er vorbei, zuviel Leid brachte der National-Sozialismus, brachte Hitler über die Menschheit, jenseits aller Ratio. "GOTT" hatte nicht geholfen, nicht einmal "seinem" Volk.

Um die männlich dominierte christliche Kirche darzustellen, bedarf es sehr viel Platz. Da reicht dieses Blog nicht. Eine Beschränkung auf die Stil-Elemente der klassischen Antike, derer sich das Christentum bediente, wäre ebenfalls viel zu umfangreich. Der Petersdom selbst und auch der Baldachin, der oben zu sehen ist, sind Beispiele dafür. In den Glasfenstern der Kathedrale von Chartes dagegen fand das Christentum den Weg zu etwas Eigenem. Aber auch Chartes steckt voller antiker Reminiszenzen.

Der DEHismus kann eine Gottes-Vorstellung nicht mit einem historischen Ereignis, einer Begebenheit, einer schöpferischen oder einer verhängnisvollen Periode verbinden. Er richtet sich an der gesamten Menschheits-Geschichte aus, weil logisch und natür-licherweise immer ideale Paare gelebt haben. Er kann unvorein-genommen an Kulturen heranzugehen, ihr gutes Erbe würdigen, sich daran freuen, Werke verstehen und die Elemente aufnehmen, die das Leben bereichern können. Die höhere Intelligenz des universell wissensdurstigen Menschen ist ein kleiner Teil von DEH, wenn sie ebenfalls schöpferisch ist. Niedrige Intelligenz der Zerstörung ist es nicht. Es gibt ein Teilhabe und eine Nicht-Teilhabe. Das Schüren von Ängsten, verbunden mit einem Jenseits, kennt der DEHismus nicht.

Er geht im Gegensatz zum christlichen Glauben nicht von einem reellen oder virtuellen Ereignis wie dem Oster-Licht aus, sondern von einer kontinuierlichen Auferstehung des Lebens aller Lebens-Formen ohne Verknüpfung mit einem Martyrium. Er billigt dem Menschen ein kleines Erkenntnis-Fenster zu, das einem Menschen-Paar gemeinsam geöffnet wird, wenn der Augenblick gekommen ist Anmerkung3.

_____________________

Anmerkung1

Das Wappen Benedikts XVI ist Teil einer satirischen Bild-Montage, existiert dort in Chartres natürlich nicht wirklich. Es wurde auf das vorhandene berühmte Chartres-Labyrinth per Bild-Bearbeitung montiert. Man hat oft den Eindruck, dass sich dieser Papst im Vatikan wie in einem Labyrinth verirrt. Er ließ Inquisitions-Belege als wissenschaftliches Material offen legen, eine mutige Tat. Die Irrwege der Katholischen Kirche sind selbst wie ein Labyrinth, in dem ein einzelner Mensch verzweifeln kann. So ist auch zu verstehen, dass Benedikt XVI selbst beim Segnen in den "toten Winkel" schaut, wie oben zu sehen. Seine Segnung ist ebenfalls ein Montage und fand nicht so direkt unter dem berühmten Baldachin des Petersdomes statt. Eine weitere Montage ist die Statuette des Zeus, die im Innenraum der Kathedrale von Chartes monumental wirkt. Ich muss mich dafür entschuldigen, dies alles zu erläutern, da nicht jeder Gast ein Kenner der Kultur-Geschichte sein kann und möglicherweise annimmt, es handele sich um ein echtes Denkmal und nicht um eine satirische Montage.


Anmerkung2

Freiheits-Beraubung versprach Macht, Besitz und günstige Veränderung gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse im Sinne der Kirche wie jeder andere Raub, der Beute verspricht. Das Prinzip wurde sogar Teil der Kirche selbst, mit seinen eingeschworenen geistlichen "Soldaten", um ein System bis in den Beichtstuhl hinein zu festigen. Dieser geistigen und körperlichen Freiheits-Beraubung in Gestalt eines Wolfes im Lammfell stand ein blendendes Heils-Versprechen der Befreiung von Sünden gegenüber. Sie wurden definiert, es gibt Tugenden und Laster, aber es reichte nicht ganz, weder für das endgültige Fundament der Macht  auf Erden noch für Visionen eines "himmlischen Jerusalem", eines Empyreums göttlicher Thron-Umgebung, das den Menschen immer und immer wieder geschildert wurde, damit sie auch "glauben". Dazu bedurfte es eines noch stärkeren Kontrasts, nämlich der Erbsünde. Erst die generelle Erbsünde versprach Einfluss bis in jeden Winkel menschlicher Existenz ohne Entkommen. Selbst Lauterkeit war gegen eine generelle System-Zugehörigkeit aufgezwungener angeblicher Liebe innerhalb missionarischer Nächsten-Liebe machtlos. Sündig waren alle und konnten erfasst werden. Die Taufe von Babys wurde "legitim". Wer an diesem System geraubter Macht profitieren konnte, tat es. Ganze Staaten rüsteten sich für missionarische Eroberungs-Feldzüge, den Sklaven-Handel eingeschlossen. Europa wurde blutrünstig machthungrig und machte sich schuldig im Sinne von Menschen-Rechten. Die Kirche bedankte sich für die System-Zugehörigkeit mit Freispruch und Segen bis in den "toten Winkel", s.o.


Anmerkung3



Skype-Frage

Hallo habe mir jetzt deine Seite durchgelesen, was für mich das größte Problem im DEHismus ist, ist die Darstellung der Harmonie als Paar, da ich allein lebe (auch wenn ich seit einem Jahr nun schon bald auch eine recht intenive Internetbeziehung mit einem Mann führe) aber darüber würde ich noch gerne mit dir chatten. Hat ein Mensch als Einzelwesen im Dehismus keine Existenz-Berechtigung? Wenn ja warum? Wenn nein warum?

Antwort:


Selbstverständlich können alle Menschen ihre "Existenz-Berechtigung" im DEHismus finden. Die neue Existenz ist eine Befreiung von Zwängen und Rückbesinnung auf natürliche gute Anlagen des Menschen. Die Vorstellung von einer idealen Verbindung in Liebe hat fast jeder. Wenige erleben sie. Auf die Vorstellung kommt es an. Auch auf die Erinnerung, wie Körper und Geist reagiert haben, wenn man verliebt war. Dann werden materielle Dinge nicht mehr so wichtig genommen, dann geht es nicht mehr um Geld, sondern um ursprüngliche Gefühle. Die Vorstellung hilft also, den Pfad zu finden, der zur DEH-Erkenntnis hinführt. Ich muss noch besser schildern, dass schon der erste Schritt auf diesem Pfad, die stets abrufbare Vorstellung, eine Teilhabe an DEH und den geduldigen und erfolgreichen Schöpfungs-Prozess bedeutet.




Nachtrag am 15/Dezember/2009


Benedikt den XVIten ehrfurchtsvoll bewundernd erzählte mir ein schwuler, pensionierter, ehemaliger Möbel-Verkäufer zu meiner Überraschung eine Insider-Geschichte. "Ja, wußtest Du es nicht? Der Papst ist homosexuell. Er pflegte eine Langzeit-Beziehung und nahm seinen ehemaligen Geliebten nun auch mit nach Rom. Dieser war früher ein sehr schöner Mann! Ja, ja!" Dann blickte er verklärt in sich hinein.


Lust, dem nachzugehen, habe ich nicht. Ist mir im Grunde auch egal.